Die Dalmatik (von lat. „dalmaticus“ = „dalmat(in)isch“; lat. „vestis dalmatica“ = „aus Dalmatien stammendes Gewand“) ist ein liturgisches Gewand der christlichen Kirchen und die Amtskleidung des Diakons. Zu festlichen Anlässen kann sie vom Bischof auch unter der Kasel getragen werden.

Die Dalmatik verdankt ihren Namen der Herkunft. Im zweiten Jahrhundert wurde sie aus Dalmatien eingeführt und von der vornehmen Gesellschaft in Rom als profanes Obergewand getragen. Die weiße Dalmatik wurde durch zwei parallele, rote Längsstreifen, die sogenannten Clavi, geschmückt. Dieser Schmuck fand sich auch an den weit geschnittenen Ärmeln. Diese Tuniken wurden meist aus Leinen oder dalmatischer Wolle gearbeitet.

Ab dem vierten Jahrhundert wurde die Dalmatik im Abendland als Gewand des Diakons gebräuchlich. Das ursprünglich weiße Gewand wurde seit dem 12. Jahrhundert in den liturgischen Farbkanon miteinbezogen. Die Dalmatik wurde in wertvollen Stoffen ausgeführt und hat im Laufe der Zeit ihr Aussehen weiter verändert. Seit dem späten Mittelalter wurde sie immer kürzer; dies erreichte in der Barockzeit seinen Höhepunkt. Die Dalmatik war oft nur noch knielang geschnitten. Die kirchlichen Gewänder waren zu diesem Zeitpunkt prunkvoll gestickt und daher der Stoff entsprechend steif. Um das Anziehen zu ermöglichen, waren die Seiten und Ärmel geschlitzt und die Ärmel nur noch durch kurze Stoffansätze angedeutet.

Der Diakon trägt als Amtsgewand beim Gottesdienst eine Dalmatik in der jeweiligen liturgischen Farbe über der Albe und Stola. Der Schnitt ist wieder länger ausgeführt; der Unterschied zum ärmellosen Messgewand, der Kasel, ist dennoch deutlich zu erkennen.

Der Diakon kann zu einfachen Anlässen auch eine Albe mit Diakonstola tragen, die diagonal über der Brust und Rücken getragen wird. Bischöfe verzichten zumeist darauf, die Dalmatik unter dem Messgewand zu tragen. Eine abgewandelte Form der Dalmatik findet sich in den Ostkirchen mit dem Sakkos.

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