Tunicella
Nach dem I. Römischen Ordo handelte es sich bei der Tunicella noch um ein päpstliches Kleidungsstück. Ab dem 9. Jahrhundert löste sie die bei den Subdiakonen gebräuchliche Planeta als liturgisches Obergewand ab. Ende des 12. Jahrhunderts war sie auch bei Bischöfen allgemein in Gebrauch.
Unterschied sich die Tunicella des Subdiakons in der Frühzeit noch durch engere Ärmel von der Dalmatik des Diakons, wurde sie später dieser in Farbe, Schnitt und Verzierung angepasst, so dass zwischen beiden Gewändern kein wirklicher Unterschied zu erkennen war. Gelegentlich lässt sich der Unterschied zwischen den beiden Gewändern daran erkennen, dass die Dalmatik zwei Querstreifen, die Tunicella dagegen nur einen Querstreifen zwischen den beiden aufgestickten Längsstreifen hat.
Die Tunicella des Bischofs behielt dagegen ihre Eigenarten, auch waren Tunicella und Dalmatik des Bischofs meist aus dünnerem Stoff, da sie lediglich als Untergewand unter der Kasel (dem Messgewand) fungierten. Damit sollte die Fülle des Weihesakraments im Bischofsamt symbolisiert werden.
Mit der Abschaffung des Subdiakonats durch das Motu Proprio Ministeria quaedam Pauls VI. verschwand die Tunicella auch als bischöfliches Untergewand. Sie wird nur noch in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus gebraucht.
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